
Weihnachten und Science Fiction – passt das zusammen? Auf den ersten Blick nicht. Kein Tannenbaum auf einer Raumstation, keine Rentiere im Vakuum, und der Weihnachtsmann hätte mit der Zeitdilatation so seine Probleme.
Aber wenn man genauer hinschaut: Weihnachten handelt von Licht in der Dunkelheit, von Hoffnung über große Entfernungen hinweg, vom Nachhausekommen. Das sind Themen, die jeder Raumfahrer versteht.
Ob im Orbit, unter Wasser oder einfach nur im Kopf irgendwo zwischen den Sternen – hier sind Grüße für alle, die ihre Karten lieber mit Sternenkarten als mit Schneeflocken schmücken. Von kurz und knackig bis länger und nachdenklich. Such dir aus, was zu deiner Crew passt.
Inhaltsverzeichnis
Weihnachten im Orbit – eine kurze Geschichte
Die erste Weihnachtsfeier im All fand 1968 statt. Die Crew von Apollo 8 – Frank Borman, James Lovell und William Anders – umkreiste den Mond und las aus der Genesis vor. Eine Milliarde Menschen hörten zu. Als das Raumschiff aus dem Mondschatten trat, funkte Lovell zur Erde: »Please be informed, there is a Santa Claus.«
Seitdem gehört Weihnachten zum Bordkalender. Auf Skylab bastelte die Crew 1973 den ersten Weltraum-Weihnachtsbaum – aus leeren Lebensmitteldosen und bunten Aufklebern. Heute gibt es auf der ISS einen kleinen künstlichen Baum, etwa 60 Zentimeter hoch, mit Kugeln, die per Klett oder Magnet befestigt werden. Schwerelosigkeit hat ihre Tücken.
Die Crew bekommt Festtagsmenüs: Truthahn, Schinken, Kartoffelbrei – alles gefriergetrocknet und in Beuteln. Alkohol ist tabu. Nicht aus Disziplingründen, sondern weil das Wasserrecycling-System der Station versagen würde. Glühwein muss warten, bis man wieder Schwerkraft unter den Füßen hat.
Dafür gibt es Videobotschaften nach Hause, Santa-Mützen, schwebende Zuckerstangen – und gelegentlich einen Weihnachtsfilm. 2017 schaute die Crew »Die letzten Jedi«. Ob das zählt, ist Ansichtssache.
Weihnachten unter Wasser
Nicht nur im Orbit wird gefeiert. Auf U-Booten hat Weihnachten eine eigene Tradition – oft stiller, aber nicht weniger bedeutsam. Es gibt Parallelen.
Deutsche U-Boot-Besatzungen im Zweiten Weltkrieg schmückten ihre Boote mit Miniatur-Tannenbäumen. Es gibt Archivfotos von U-3010, auf denen ein kleiner Baum im Turm steht. In der Kaiserlichen Marine war es Brauch, dass jedes Schiff zu Weihnachten einen Christbaum an der Mastspitze führte – auch wenn von der Tanne nach Monaten auf See oft nur noch ein Gerippe übrig war.
Heute nehmen britische U-Boot-Crews Dekoration mit, um die Messe zu schmücken. Es gibt einen Gottesdienst an Bord. Der Kapitän schneidet das Fleisch, die Offiziere servieren der Mannschaft – eine alte Navy-Tradition, die einmal im Jahr die Hierarchie auf den Kopf stellt.
Kommunikation nach draußen ist streng limitiert. U-Boote dürfen nicht senden, um ihre Position nicht zu verraten. Aber sie können empfangen. Jeder Seemann hat Anspruch auf ein wöchentliches »Familygram« – eine Nachricht von maximal 60 Wörtern. Zu Weihnachten wird das Limit verdoppelt. Ein Matrose erhielt einmal eine Nachricht von seinem Hund: 60 Mal »Woof«.
Geschenke werden im Sommer verpackt, Monate bevor das Boot ausläuft. Manche Crews halten Mario-Kart-Turniere. Andere schauen U-Boot-Filme wie »Jagd auf Roter Oktober«. Weihnachtsfilme werden oft abgelehnt – zu emotional, wenn man monatelang von der Familie getrennt ist.
99 Weihnachtsgrüße für alle, die den Sternen folgen
Alle Formulierungen sind frei verwendbar – für Karten, Mails, Bordmitteilungen oder was auch immer in deinem Universum als Kommunikation durchgeht. Anpassen erlaubt, Personalisieren erwünscht.
Kurz & knapp
Funkfähig. Direkt. Missionskompatibel.
- Frohe Weihnachten – auf allen offenen Kanälen.
- Kurs stabil. Crew intakt. Feiertage genehmigt.
- Sicherer Flug durch Raum und Jahr.
- Koordinaten geprüft. Ziel: Zuhause.
- Friede auf Erden. Reichweite unbegrenzt.
- Transmission bestätigt. Keine Störungen.
- Wache endet. Feiertage beginnen.
- Minimaler Verbrauch. Maximale Ruhe.
- Funkstille aufgehoben – frohe Weihnachten.
- Ein Stern reicht. Orientierung gesichert.
- Alle Systeme nominal. Stimmung ebenfalls.
- Feiertagsprotokoll geladen.
- Keine Alarme bis Neujahr.
- Orbit stabil. Gedanken frei.
- Frohe Weihnachten aus Sektor XY.
- Kurs halten. Herz warmhalten.
- Antrieb aus. Moment an.
- Schichtwechsel. Besinnung erlaubt.
Mittellang
Persönlich, aber immer noch im Vokabular von Mission und Distanz.
- Auch Lichtjahre trennen keine guten Wünsche.
- Zwischen zwei Umläufen bleibt Zeit für Gedanken nach Hause.
- Selbst im Funkschatten bist du nicht vergessen.
- Weihnachten ist der einzige Befehl, der überall gilt.
- Möge dein Reaktor ruhig laufen und dein Postfach voll sein.
- Entfernung ist eine Zahl – Nähe eine Entscheidung.
- Auch im Vakuum trägt Wärme weiter als Schall.
- Kein Sprung verändert, wer auf dich wartet.
- Die Sterne zählen keine Feiertage. Wir schon.
- Manchmal ist der wichtigste Kurs der nach innen.
- Zwischen Start und Landung liegt mehr als Technik.
- Möge dein Dienstplan heute großzügig sein.
- Auch Außenposten kennen Weihnachten.
- Wenn alles still wird, hört man das Wesentliche.
- Der Heimweg beginnt im Kopf.
- Egal wie weit draußen du bist – jemand rechnet mit dir.
Länger & poetisch
Narrativ, bewusst getragen, aber nie esoterisch.
- In einer Nacht, die von Dunkelheit handelt, reicht ein einziger Fixstern, um Richtung zu geben. Mögest du deinen sehen.
- Wir durchqueren kalten Raum, berechnen Bahnen, kontrollieren Systeme – und hoffen doch am Ende auf etwas ganz Einfaches: Ankommen.
- Manche Signale brauchen Jahre. Dieser Gruß nicht.
- Das Universum stellt keine Fragen. Weihnachten schon.
- Während wir durch Leere rasen, bleibt Zeit für Erinnerung. Das ist kein Widerspruch.
- Zwischen Milliarden Sonnen zählt am Ende nur eine Handvoll Gesichter. Halt sie fest.
- Die Stille des Alls ist kein Feind, wenn man weiß, worauf man hört.
- Auch Maschinen kennen Pausen. Menschen brauchen sie.
- Der längste Flug endet immer mit einem Gedanken an Zuhause.
- Alte Geschichten sprechen von einem Stern. Neue von denen, die ihm folgen.
- Wir senden Sonden hinaus und vergessen manchmal die Antwort im Nebenraum. Heute nicht.
- Jeder Orbit ist vorläufig. Verbundenheit nicht.
- In der größten Entfernung wird Nähe messbar.
- Weihnachten ist der Moment, in dem Missionen kurz zweitrangig werden.
Mit Augenzwinkern
Technik Humor, Protokolle, Crew Alltag.
- Offizielle Meldung: Besinnlichkeit wurde erfolgreich installiert.
- Achtung: Sentimentalität kurzfristig freigegeben.
- Der Weihnachtsmann nutzt nicht genehmigte Antriebstechnik. Wir sehen darüber hinweg.
- Systemdiagnose: Kaffeevorrat kritisch, Stimmung stabil.
- Borddurchsage: Alarm aufgehoben – es ist Weihnachten.
- Bitte keine Notfälle zwischen Gänsebraten und Dessert.
- Laut Handbuch ist Hoffnung kein Modul. Trotzdem vorhanden.
- Falls es Leben da draußen gibt: Es wünscht frohe Weihnachten.
- Navigationshinweis: Zuhause liegt nicht immer auf der Karte.
- Diese Nachricht enthält keine Updates. Nur Grüße.
- Weihnachtsmodus aktiviert. Produktivität temporär reduziert.
- Achtung Crew: Gute Gedanken im Umlauf.
Militärisch knapp
Reduziert. Klar. Ohne Zuckerguss.
- Stellung gehalten. Jahr überstanden.
- Feiertage genehmigt. Nutzen.
- Auftrag erfüllt. Pause verdient.
- Wache endet. Blick nach oben erlaubt.
- Front ruhig. Gedanken frei.
- Kurs klar. Hoffnung ebenfalls.
- Auch Soldaten zählen Sterne.
- Ruhezeit bestätigt.
- Keine Befehle heute.
- Dienstgrad egal. Weihnachten gilt.
Funkmeldungen & Bordlog Stil
Für Karten, Mails, Displays, Logs.
- LOG 24/12: Crew vollständig. Moral erhöht.
- STATUS: Feiertag.
- FUNK: Grüße empfangen. Wirkung positiv.
- LOGBUCH: Kurs unterbrochen – Anlass menschlich.
- SYSTEM: Keine Fehler. Nur Gedanken.
- TRANSMISSION: Persönlich. Priorität hoch.
- ARCHIV: Dieses Weihnachten speichern.
- STATUSMELDUNG: Nähe hergestellt.
- PROTOKOLL: Menschlichkeit bestätigt.
- LOG: Stille akzeptiert.
Grenzbereich zwischen SF und Realität
Isolation, Unterwasser, Langzeitmissionen.
- Auch ohne Fenster weiß man, wann Weihnachten ist.
- Funkempfang begrenzt, Gedanken frei.
- Unter Druck wird Klarheit sichtbar.
- Keine Verbindung – außer der wichtigen.
- Der längste Einsatz endet mit Erinnerung.
- Wochenlang Stille, heute nicht.
- Auch geschlossene Systeme kennen Wärme.
- Entfernung schützt nicht vor Sehnsucht.
- Wer lange wacht, darf heute ruhen.
- Nicht senden dürfen heißt nicht vergessen sein.
Abschlussgrüße
Für den letzten Eindruck. Ruhig. Tragfähig.
- Möge dein nächster Kurs dich näher bringen.
- Egal wo du bist – diese Nachricht findet dich.
- Weihnachten braucht keine Schwerkraft.
- Auch jenseits aller Karten gibt es Zuhause.
- Der Himmel ist groß. Die Verbindung größer.
- Manchmal reicht ein Gedanke, um Distanz zu überbrücken.
- Bleib erreichbar – für dich selbst.
- Dieses Jahr war lang. Du bist weiter geflogen.
- Transmission offen. Frohe Weihnachten.
Das wars, Transmission beendet. Frohe Weihnachten!
